Einstellung dieses Blogs zum 1.7.2011

23. Juni 2011

Angesichts der geringen Anzahl von Beiträgen, die hier in den letzten Monaten erschienen sind, und meines begrenzten Zeitbudgets habe ich beschlossen, alle Artikel zum Thema „Informatik und Gesellschaft“ zukünftig auf meiner normalen Homepage zu veröffentlichen. Dieser Schritt fällt mir nicht leicht und ich habe ihn auch schon seit einiger Zeit aufgeschoben. Das Blog wird auch noch ein paar Monate online bleiben.

Viele Dank an alle, die hier in den letzten dreieinhalb Jahren mitgelesen und kommentiert haben!


TomTom verkauft Nutzerdaten an Polizei

28. April 2011

Im Schatten des iPhone-Datenskandals: Die niederländische Polizei hat Nutzerdaten des Navi-Herstellers TomTom dafür genutzt, die Standorte von Radarfallen zu „optimieren“.


Kafkaesk

27. April 2011

Was auf Wikileaks veröffentlicht worden ist, ist trotzdem noch Verschlusssache und darf deshalb nicht für die Verteidigung der Guantanamo-Häftlinge vor Gericht eingesetzt werden.


Unfassbares Justizversagen am Landgericht Freiburg

25. April 2011

Was wäre wohl los, wenn es Männer mit arabischen Namen gewesen wären, die 22 Kilo Chemikalien zum Bombenbau und Bauteile für Zünder angesammelt, und in E-Mails über Anschläge auf US-Einrichtungen oder ähnliches diskutiert hätten? Es wäre tagelang Thema Nr. 1 in den Nachrichten, ein Prozess würde in einem Hochsicherheitsgerichtssaal stattfinden, und die Innenpolitiker würden sich mit Forderungen nach neuen Sicherheitsgesetzen überschlagen (Update: exakt so kommt es ja gerade)

Nichts dergleichen passierte jetzt bei südbadischen Neonazis – und der Bombenbastler kommt erst mal völlig ohne Anklage davon.


Einige Neuigkeiten der letzten Wochen aus der Smartphone-Landschaft

22. April 2011

1. Es gibt jetzt Apps (für iOS und Android), die die Geräusche der Umgebung aufnehmen, um z.B. erkennen zu können, ob zwei verschiedene Fotos in einem Raum aufgenommen wurden.

2. iOS speichert ungefragt den Standort des Benutzers.

3. Im US-Bundesstaat Michigan durchsucht die Polizei bei Verkehrskontrollen jetzt auch Handys (mit einer Spezialhardware, mit der man in kurzer Zeit viele Daten vom Gerät kopieren kann).

Was folgt daraus? Es ist nur eine Frage der Zeit (und des Speicherplatzes), bis Smartphones auch heimlich alle Umgebungsgeräusche aufzeichnen können, und sie dann in einer Datei speichern, die nur dem Hersteller und Ermittlungsbehörden bekannt ist.

Wenn Richard M. Stallman, Begründer der Bewegung für Freie Software, in diesem Zusammenhang von „Stalins Traum“ redet, hat er schlicht vollständig Recht. Piraten mit Smartphones legen eine bemerkenswerte kognitive Dissonanz an den Tag (und ja, das schließt jetzt mich mit ein).


Unsere Abhängigkeit von GPS

14. April 2011

Interessant – mit einem kleinen Sender für 30 Dollar kann man eine Stadt ziemlich lahmlegen. Vom Funktionieren des GPS hängen längst nicht mehr nur Dienste ab, die in irgendeiner Form die Position des Benutzers bestimmen, sondern auch das Mobilfunknetz, und teilweise sogar die Stromversorgung!


Internetzensur unter dem Vorwand der Glücksspielbekämpfung

10. April 2011

Bevor man die nach dem Aus für das Zensursula-Gesetz schon tot geglaubte Internetzensur wieder einführt, um ausländische Glücksspielseiten zu bekämpfen: Sollte man nicht vorher etwas gegen die Spielotheken tun? Hier in Nürnberg sind die wie Unkraut, man findet alle paar Meter eine. Man behauptete gegenüber mir auch schon mal, die seien eigentlich nur Geldwaschanlagen…


Amazons Cloud-Dienste und die Musikindustrie

31. März 2011

Ich glaub’, ich seh nicht richtig: Amazon soll Lizenzgebühren zahlen, weil ich meine eigene Musik, für die ich schon einmal bezahlt habe, auf meinem eigenen Online-Speicher ablege, der für niemand anderen zugänglich ist?


Facebook-Zwang zum echten Namen gefährdet Dissidenten

10. März 2011

Dem bekannten chinesischen Blogger und Dissidenten Michael Anti wurde der Facebook-Account gesperrt, weil er für diesen seinen Künstlernamen benutzt hat. Man muss sich allerdings fragen, was für eine Schutzfunktion dieser Name noch hat, denn sein echter Name scheint allgemein bekannt zu sein und wird auch im verlinkten Artikel erwähnt.

Trotzdem könnte ich mich jedes Mal über die Äußerung von Facebook-Chef Zuckerberg aufregen, dass man im Internet gefälligst unter einer Identität aufzutreten habe, und es jedem, der dies nicht tue, an persönlicher Integrität fehle. Wer so etwas sagt, dem mangelt es schlicht an Lebenserfahrung. Je nach sozialem Kontext in unterschiedlichen Rollen auftreten zu können, ist fast schon ein grundlegender Teil der Menschenwürde.


EU will Bahnreisedaten erfassen

7. März 2011

Wie soll das funktionieren? Kann man dann keine Tickets mehr in bar bezahlen?


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